Sonntag, 30. Mai 2010

Bohrloch doch noch nicht verschlossen

So hatte BP sich das wohl doch nicht vorgestellt.Die Top Kill Methode hat nicht funktioniert.
 
Die Bemühungen des britischen Energiekonzerns BP, das lecke Ölbohrloch im Golf von Mexiko zu verschließen, haben einen schweren Rückschlag erlitten. Die sogenannte "Top-Kill"-Methode, bei der Schlamm in das Loch gepumpt wurde, sei gescheitert, sagte BP-Einsatzleiter Doug Suttles. US-Präsident Barack Obama hatte der von der Katastrophe betroffenen Bevölkerung zuvor vor Ort Unterstützung zugesichert.
 
"Nach drei ganzen Tagen des Versuchs mit 'Top Kill' sind wir unfähig gewesen," das Ausströmen des Öls aus dem lecken Bohrloch vor der Südküste der USA zu stoppen, sagte Suttles bei einer Pressekonferenz. Daher habe BP entschieden, "zur nächsten Option überzugehen".
 
Der Konzern hatte versucht, das Bohrloch vor der Südküste der USA mit Spezialschlamm sowie Gummiresten und Faserabfällen zu schließen und es dann mit Zement zu versiegeln. Die Arbeiten in 1500 Metern Tiefe hatten am Mittwoch begonnen. Sie wurden zwischendurch stundenlang unterbrochen, um die Ergebnisse zu überprüfen.
 
Auf Nachfrage konnte Suttles nicht sagen, warum genau die "Top-Kill"-Methode nicht funktionierte. "Wir wissen das nicht sicher", sagte er. Das ausfließende Öl habe nicht "nachhaltig" gestoppt werden können. BP-Chef Tony Hayward hatte die Erfolgschancen der Methode auf 60 bis 70 Prozent geschätzt. Die Küstenwachen-Konteradmiralin Mary Landry sagte bei der Pressekonferenz, alle seien "sehr enttäuscht" über den Fehlschlag.
 
Auslöser der Ölkatastrophe war die Explosion der von BP betriebenen Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" am 20. April. Seitdem treten täglich hunderttausende Liter Öl aus.
 
Das Scheitern von "Top Kill" ist ein herber Rückschlag bei der Bewältigung der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. BP hatte die Methode als beste Chance auf ein Verschließen des Lecks eingeschätzt. Stattdessen sollen nun die zerstörten Ölleitungen an dem Bohrloch entfernt und eine Kapsel über dem Loch installiert werden, durch die das austretende Öl abgepumpt werden kann. Dies wird laut BP und Küstenwache vier bis sieben Tage dauern.
 
Bei seinem zweiten Besuch im Bundesstaat Louisiana seit dem Ausbruch der Ölkatastrophe sagte Obama am Freitag in Grand Isle: "Ich bin hier, um Euch zu sagen, dass Ihr nicht allein seid." Obama versprach eine "historische Antwort" auf die Ölkatastrophe.
 
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